Mit dem Verkauf einer Immobilie stellt sich für Eigentümer eine zentrale Herausforderung: die richtige Preisfindung. Denn viele Verkäufer überschätzen den Wert ihrer Immobilie und setzen den Verkaufspreis deutlich zu hoch an. Aufgrund dieser Fehleinschätzung kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen. Schließlich bleiben überteuerte Objekte oft monatelang auf dem Markt und werden nur extrem schwer oder gar nicht verkauft.
Die Gefahr der Überbewertung
Insbesondere problematisch ist es, wenn eine Immobilie aufgrund eines zu hohen Preises für einen längeren Zeitraum erfolglos angeboten wird. Potenzielle Käufer werden abgeschreckt oder vermuten gar versteckte Mängel sowie andere Probleme. Wird die Immobilie später dann zu reduzierten Konditionen neu inseriert, wirkt sie auf Interessenten sofort „verbrannt“. Das bedeutet: Die Vorbelastung erschwert den Verkauf und kann letztendlich zu einem niedrigeren Verkaufspreis führen.
Statistiken zeigen, dass überteuerte Immobilien deutlich länger auf dem Markt bleiben. Durchschnittlich um die 30 bis 40 Prozent länger als angemessen bepreiste Objekte. Zudem verlängert sich nicht nur die Verkaufsdauer. Ebenfalls wird die Verhandlungsposition verschlechtert. Denn Interessenten nutzen die lange Vermarktungszeit durchaus als Argument, um weitere Preisreduzierungen durchzusetzen.
Preisrelevante Faktoren richtig bewerten
Wer den richtigen Immobilienpreis ermitteln möchte, sollte verschiedene Aspekte berücksichtigen. Etwa spielt die Lage eine entscheidende Rolle. Eine Immobilie in zentraler Stadtlage wird von Interessenten deutlich anders bewertet als etwa ein vergleichbares Objekt in einer ländlicheren Umgebung. Ebenso verhält es sich mit der Ausstattung, dem Baujahr, dem Zustand und ebenfalls der Größe. All diese unterschiedlichen Faktoren beeinflussen den Marktwert maßgeblich.
Darüber hinaus ist die regionale Komponente besonders hervorzuheben: Ein Haus in ähnlicher Bauweise kann als Beispiel in Tirol einen völlig anderen Preis erzielen als es das im Wiener Umland oder in der Steiermark tun würde. Lokale Marktbedingungen, die Nachfrage und das Preisniveau können also sehr stark variieren. Nicht nur zwischen den verschiedenen Bundesländern, sondern sogar zwischen einzelnen Gemeinden.
Praktische Wertermittlung ohne teure Gutachten
Um eine erste Einschätzung vorzunehmen, helfen Ortskenntnis und ein systematischer Vergleich aktueller Preise auf Immobilienplattformen. Zudem sollten sich Verkäufer über die Preise ähnlicher Objekte in der näheren Umgebung informieren. Auch ist auf vergleichbare Größe, Ausstattung und Lage zu achten.
Wer hingegen auf Nummer sicher gehen möchte, benötigt weder einen teuren Makler noch ein kostspieliges Gutachten. Denn ein einfaches Vergleichswertverfahren liefert ebenfalls einen verlässlichen Marktwert. Zudem ist dieses teilweise sogar völlig kostenlos im Internet verfügbar. Als Basis dienen tatsächlich erzielte Verkaufspreise vergleichbarer Immobilien unter der Berücksichtigung deren aktueller Marktentwicklungen.
Der optimale Weg zur Preisfindung
Ein solches Vergleichswertverfahren gilt als der zuverlässigste Weg, um einen für die Immobilie passenden Marktpreis zu ermitteln. Ferner bietet es eine solide Grundlage für die Preisfestlegung bei gleichzeitiger Minimierung des Risikos. Somit erhalten Verkäufer eine realistische Einschätzung des Immobilienwerts und können daraufhin ihre Verkaufsstrategie entsprechend ausrichten.
Des Weiteren ist es empfehlenswert, lokale Immobilienexperten zu befragen oder an der Besichtigung vergleichbarer Objekte teilzunehmen. Mit der praktischen Erfahrungen kann ein besseres Gefühl für den Markt entwickelt werden. Zudem erleichtert es, die Erwartungen potenzieller Käufer besser nachzuvollziehen. Gleiches gilt im Übrigen für die Berücksichtigung saisonaler Schwankungen. Denn auch diese können die Verkaufsstrategie optimieren. Schließlich lassen sich manche Immobilientypen im Frühjahr besser verkaufen als im Herbst.
Mit einem angemessenen Preis wird also zeitnahe für einen Verkaufserfolg gesorgt. Zudem verhindert er, dass die Immobilie zum Problemfall wird. Eine Investition in eine professionelle Wertermittlung zahlt sich langfristig durchaus aus und führt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu einem erfolgreichen Verkaufsabschluss.