Till Eulenspiegel und seine Narrengeschichten

Till Eulenspiegel und seine Narrengeschichten

Till Eulenspiegel ist der Protagonist aus einer im 14. Jahrhundert weit verbreiteten Sammlung von Narrengeschichten. Ähnlich wie auch die Schildbürger, deren Schwankgeschichten aus der gleichen Zeit stammen, war er für seine Streiche bekannt. Mit diesen hielt er seinen Mitbürgern sprichwörtlich den Spiegel vor. Die Geschichten von Till Eulenspiegel waren schnell so beliebt, dass sich manche Redewendung von seinem Namen ableitet. Bis heute wird mancher Schabernack als „Eulenspiegelei“ bezeichnet.

Das zeichnet Till Eulenspiegel aus

Mit seinen Streichen nahm Till Eulenspiegel andere Menschen beim Wort und zeigte die Absurdität von Situationen und Verhaltensweisen auf. Oberflächlich stellte Eulenspiegel sich dumm. Die typischen Streiche, in die sein Verhalten mündeten, bewiesen jedoch das genaue Gegenteil. Tatsächlich war er seinen Mitmenschen an geistigen Fähigkeiten überlegen.

Er durchschaute die Situation wesentlich besser und wusste, wie er sich anstellen musste, um sein Gegenüber hinters Licht zu führen. Ihren Ausgangspunkt nehmen die Erzählungen oft an Eulenspiegels frecher Nonchalance. Er hat keinen Beruf gelernt und möchte sich keiner Autorität unterwerfen. Anstatt offen aufzubegehren, nimmt er die Anweisungen seines Chefs jedoch beim Wort.

Daraus ergeben sich entsprechende Komplikationen. Ein prominentes Beispiel dafür ist etwa der Streich, den er einem Bäcker spielt. Diese Geschichte findet sich in vielen Sammlungen und wurde immer wieder aufgegriffen.

Ein Trickster des 14. Jahrhunderts

Nachdem Eulenspiegel dem Bäcker einige Tage als Geselle gedient hat, fordert sein Meister ihn auf, sich in seiner Abwesenheit weiter um die Arbeit zu kümmern. Als Eulenspiegel nun fragt, was er denn genau backen sollte, erhält er eine schroffe Antwort. Der Bäcker fordert ihn auf, dass er doch Eulen und Meerkatzen backen solle.

Till Eulenspiegel nimmt ihn beim Wort. Aus dem teuersten Mehl formt er Eulen und Meerkatzen und backt diese. Als der Bäcker am nächsten Morgen in die Stube kommt, fällt er aus allen Wolken. Eulenspiegel wird entlassen und muss ihm den Teig bezahlen. Mit den gebackenen Eulen und Meerkatzen zieht er von dannen und bietet sie auf einem beliebten Markt zum Verkauf. Mit dem originellen Gebäck macht er einen derart guten Verkauf, dass er einen guten Gewinn einstreichen kann.

Streiche, wie diese zeigen, dass es sich nicht nur um plumpen Ungehorsam oder Dummheit handelt. Im Nachhinein erweist sich der Schalk als Trickster und eigentlicher Meister der Situation. Till Eulenspiegel ist ein starker Charakter, der sich mit kleinen Schummeleien durch das Leben bringt.

Wer war das historische Vorbild?

Anders als bei den Schildbürgern soll es sich bei Till Eulenspiegel übrigens nicht nur um eine fiktive Figur gehandelt haben. Man nimmt an, dass es eine historische Person gab, auf welche die geschilderten Geschichten zurückgehen. Wie bei vielen Erzählungen wurden die Geschichten über die Streiche dann im Laufe der Zeit immer weiter ausgeschmückt.

Geboren wurde der echte Till Eulenspiegel vermutlich um 1290 oder 1300 im niedersächsischen Kneitlingen. Das Volksbuch gibt Claus Eulenspiegel und Anne Witcken als Eltern an.

Der Historiker Ulrich Hucker hat mit Urkundenbelegen zu untermauern versucht, dass es einen Thile van Cletlinge gegeben hat, auf den die entsprechenden Daten und auch der beschriebene Lebenswandel zutrifft. Möglicherweise haben wir es hier mit dem historischen Urheber der Streiche zu tun.

Eine Schwanksammlung wird zum Bestseller

Eulenspiegels Geschichten wurden in einer Schwanksammlung versammelt. Diese umfangreiche Aufzeichnung der Streiche und Geschichten stammt wiederum nicht von Till Eulenspiegel selbst. Sie wurde anonym vorgenommen. Das war im 14. Jahrhundert keine unübliche Sache.

Der Autorschaft war damals lange nicht so bedeutend wie heute. Zeitweise wurde ein Franziskaner als Verfasser vermutet, später der Amtsvogt Hermann Bote sowie der Wanderhumanist Hermannus Buschius in Betracht gezogen. Wirklich geklärt werden konnte die Autorschaft bis heute nicht.

Innerhalb kurzer Zeit war die erste Sammlung der Geschichten bereits in verschiedene Sprachen übersetzt. Till Eulenspiegel wurde zum Bestseller.

Eulenspiegels Geschichten und Streiche ziehen Menschen in ihren Bann

Die Begeisterung an diesen Erzählungen riss über die Jahrhunderte jedoch niemals ab. Eulenspiegels Streiche wurden in immer weiteren Büchern beschrieben. In der frühen Neuzeit boten viele Fastnachtsspiele dem berühmten Narren eine Bühne. Auch das heutige Kinder- und Jugendtheater spielt regelmäßig Stücke mit dem berühmten Schalk und seinen Geschichten.

Zudem griffen moderne Schriftsteller wie Erich Kästner, Christa Wolf und Daniel Kehlmann die Figur Till Eulenspiegel ihrerseits auf. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von filmischen Darstellungen zu den Geschichten, die Du Dir heute anschauen kannst.

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